Die Gelbbauchunke -

"unsere" einzige Unkenart, akut vom Aussterben bedroht

Die Gelbbauchunke erreicht in Nordrhein-Westfalen ihre nördliche Verbreitungsgrenze. Hier lebt sie vor allem in den Randlagen der Mittelgebirge. In der StädteRegion Aachen war die Gelbbauchunke einst weit verbreitet. Heute existieren nur noch wenige Vorkommen im Raum Stolberg.

Zwei vor Zwölf

Die Gelbbauchunke ist in unserer Region akut vom Aussterben bedroht. Daher wurde als Maßnahme für diese Art die Vermehrung durch Zucht und die Wiederansiedlung in zwei geeigneten Gebieten in das Projekt aufgenommen. Damit sollen die bestehenden Populationen gestärkt und die Ausbreitung der Art ermöglicht werden.

Paarung von GelbbauchunkenDie Paarung der Gelbbauchunken findet im Wasser statt. Das Männchen umklammert das Weibchen dabei vor den Hinterbeinen.© Andreas Koch

Vermehrung und Wiederansiedlung

Um die wenigen verbliebenen Bestände im Raum Stolberg zu stärken und zu vergrößern, werden Gelbbauchunken gezüchtet und in der Umgebung der Spender-Populationen wieder angesiedelt.

Vermehrung durch Zucht

Für die Zucht werden aus Beständen in der Region Tiere entnommen. In Voruntersuchungen wird festgestellt, wie viele Tiere aus welchen Gebieten entnommen werden können. Die Spender-Population wird durch die Entnahme von Tieren nicht geschädigt, da über das Monitoring sichergestellt wird, dass sie ausreichend groß ist. Außerdem werden 10 bis 30 Prozent der nachgezüchteten Tiere zu der jeweiligen Spenderpopulation zurückgebracht.

Mit erwachsenen Tieren, Adulte genannt, werden in Zuchtanlagen, also „Ex-situ“, kontrolliert Gelbbauchunken gezüchtet. Dabei wird ein bereits erfolgreich eingesetztes Verfahren angewandt, das eine Gesundheitskontrolle sowohl der Spender-Population als auch der gezüchteten Tiere einschließt.

Die Zucht erfolgt zum einen durch das Umwelt-Ministerium Nordrhein-Westfalen (MULNV NRW) im Artenschutzzentrum Metelen des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV NRW) sowie zur Risikostreuung durch einen privaten Züchter.

Wiederansiedlung kann die "Ureinwohner" retten

Dann sollen zwischen 2018 und 2024 jährlich mindestens 350 Tiere gezüchtet werden. Durch die gute Fütterung können die Weibchen mehr Eier produzieren als in der freien Natur. Mit der Nachzucht in einer Anlage werden Gefahren für die Tiere sehr gering gehalten und die Überlebenschancen enorm gesteigert.

Bevor die Zuchttiere in die Natur entlassen werden, wird ausgeschlossen, dass in den Ansiedlungsgebieten noch Gelbbauchunken vorkommen. Sie werden in Schutzgebieten wieder angesiedelt, in denen nachweislich ehemals Gelbbauchunken vorkamen. Vor der Wiederansiedlung werden alle notwendigen Strukturen angelegt, die die Unken zum Leben brauchen. Laichgewässer und offene Bereiche waren mit der Zeit verloren gegangen, weil die Nutzung in den Gebieten aufgegeben worden war.

Die Gelbbauchunken werden als Kaulquappen und Jungunken in Gewässer der Zielgebiete eingesetzt, damit sie auf das Gebiet geprägt werden und sichergestellt werden kann, dass die Wiederansiedlungsgewässer von den Zuchttieren auch zur eigenständigen Vermehrung wieder aufgesucht werden.