Das kann die Tiere retten

Maßnahmen zum Erhalt von Land- und Wasserlebensräumen

Ersatz-Lebensräume in Gefahr

In der StädteRegion Aachen sind alle drei Arten dadurch bedroht, dass nicht nur ihre natürlichen Lebensräume verschwunden sind, sondern seit Jahren nach und nach Ersatz-Lebensräume ihren Pionier-Charakter verlieren und damit von den Tieren nicht mehr als Lebensraum genutzt werden können. Wird die Rohstoffgewinnung eingestellt, fahren keine Lastkraftwagen mehr, die bestehende Fahrspuren verdichten oder neue bilden. Die Laichgewässer verschwinden allmählich, die offenen Flächen wachsen zu. Manche der stillgelegten Steinbrüche werden verfüllt. Selbst wenn die neu entstandene Fläche nicht wirtschaftlich genutzt wird, eignet sie sich als Lebensraum für die Tiere nicht mehr.

"LIFE-Amphibienverbund" - ein großer Schritt nach vorne

Werden stillgelegte Steinbrüche, Bergehalden oder Kiesgruben erhalten oder gar als Schutzgebiet ausgewiesen, können sie gefährdeten Arten dauerhaft einen Zufluchtsort bieten. Allerdings muss der einstige Betrieb, der dem Gebiet seinen Pionier-Charakter verliehen hat, durch bestimmte Maßnahmen und Pflegearbeiten ersetzt werden.

In der StädteRegion finden seit Jahren Bemühungen statt, die gefährdeten Amphibienarten Gelbbauchunken, Kreuzkröten und Geburtshelferkröten zu erhalten. So werden zum Beispiel als Ausgleichsmaßnahmen für Bauprojekte Laichgewässer angelegt. Einige der Grundbesitzer von Abbaustätten nehmen Rücksicht auf die Ansprüche der Tiere. Und nicht zuletzt sind viele ehrenamtliche Naturschützer für die Amphibien in unserer Region im Einsatz.

Dieses Projekt kann einen erheblichen Beitrag leisten, die Populationen der drei Zielarten in der StädteRegion Aachen dauerhaft zu stabilisieren.

  • Für alle 31 Projektgebiete werden Pläne erarbeitet, was in Zukunft an Maßnahmen notwendig ist, um die dort vorkommenden Zielarten zu erhalten.
  • Für wirtschaftlich genutzte Gebiete werden mit den Eigentümern Nutzungsverträge geschlossen, damit bei der Nutzung die Anforderungen der Tiere an ihren Lebensraum berücksichtigt werden.
  • Zusätzlich werden Flächen erworben oder mit entsprechender Entschädigung entweder aus der Nutzung genommen oder extensiv und damit Amphibien-freundlich bewirtschaftet.
  • Insgesamt werden über 600 Laich- und Aufenthaltsgewässer angelegt. Außerdem werden alle Gewässer - neue wie alte - regelmäßig gereinigt und bei Wasserknappheit befüllt.
  • Verbuschte Flächen werden von Schatten werfenden Bäumen und Sträuchern befreit. Dies geschieht hauptsächlich in der Umgebung der Amphibiengewässer.
  • Auch für Tagesverstecke und Überwinterungsmöglichkeiten wird gesorgt, zum Beispiel indem Sand und Kies aufgehäuft werden und der Lebensraum mit Totholz angereichert wird.
Brunnenringe als LaichgewässerBrunnenringe mit Steinen als "Ausstiegshilfe" werden von Gelbbauchunken und Geburtshelferkröten angenommen.© Biologische Station StädteRegion Aachen e.V.
Betonbecken können im Herbst leicht ausgefegt werden ohne Schaden zu nehmen. Sie werden gereinigt, da die Pionierarten meist vegetationsfreie Gewässer bevorzugen.© Biologische Station StädteRegion Aachen e.V.
Junge Birken werden am Hang der Schwarzen Halde gerodet© Biologische Station StädteRegion Aachen e.V.