
Lebensräume für gefährdete Amphibienarten in der StädteRegion Aachen
Neue Laichgewässer für bedrohte Gelbbauchunke im Gedautal
Im Gedautal in Stolberg-Münsterbusch werden in den kommenden Wochen Maßnahmen zur Schaffung neuer Lebensräume für die gefährdete Gelbbauchunke und andere Amphibien durchgeführt. Bestehende künstliche Gewässer werden durch neue ersetzt. Anschließend werden auch im nahe gelegenen Naturschutzgebiet „Tatternsteine mit Talaue“ Kleingewässer angelegt. Diese sollen als Trittsteinbiotop dienen und die getrennt voneinander liegenden Lebensräume der Gelbbauchunke miteinander verbinden. Die Arbeiten sind Teil des Projekts „LIFE-Amphibienverbund“ der Biologischen Station StädteRegion Aachen e.V.
In Nordrhein-Westfalen ist sie so selten geworden, dass sie vom Aussterben bedroht ist, auch bundesweit gilt sie laut der aktuellen „Roten Liste“ der Amphibienarten als stark gefährdet: die Gelbbauchunke. Im Raum Aachen-Stolberg kommt die Art - vor allem dank intensiver Naturschutzmaßnahmen in den vergangenen drei Jahrzehnten - noch in einigen wenigen Gebieten vor.
Die Unke mit dem auffälligen schwarz-gelben Bauchmuster ist auf warme, sonnige und fischfreie Gewässer angewiesen, die regelmäßig austrocknen. Im Rahmen des Projektes „LIFE-Amphibienverbund“ hat sich die Biologische Station den Schutz und die Verbesserung bestehender Lebensräume zum Ziel gesetzt. Neben der Gelbbauchunke profitieren auch Arten mit ähnlichen Ansprüchen wie Kreuzkröte und Geburtshelferkröte. Seit 2017 wurden in der Region bereits mehr als 600 Gewässer in über 35 Gebieten neu angelegt.
Im Gedautal in Stolberg-Münsterbusch befindet sich eines der wenigen Vorkommen der Gelbbauchunke. Hier wurden bereits vor rund zwanzig Jahren künstliche Kleingewässer angelegt, die nun durch neue ersetzt werden. Geplant ist der Einsatz von Brunnenringen und Foliengewässern mit Betonschutzschicht. Diese Bauweisen künstlicher Laichgewässern sind bereits erprobt und haben sich in der Praxis bewährt. Der Vorteil ist, dass sie sehr stabil sind und sich gut trockenlegen und reinigen lassen.
Damit die Gewässer langfristig als Laichbiotop erfolgreich genutzt werden können, müssen sie von Zeit zu Zeit im Winter entleert werden. Denn Fressfeinde wie räuberische Insekten und deren Larven stellen ein Problem für die Kaulquappen der Gelbbauchunke dar. Durch das Leeren der Gewässer wird die Besiedlung wieder „auf null“ zurückgesetzt, wie es auch in natürlichen Tümpeln von großen Auen geschieht. Im folgenden Sommer haben die Kaulquappen dann wieder beste Startbedingungen, um sich zu jungen Unken zu entwickeln.
Ganz in der Nähe, im Naturschutzgebiet „Tatternsteine mit Talaue“, soll zudem ein sogenanntes Trittsteinbiotop geschaffen werden. Hier kommen momentan noch keine Gelbbauchunken vor, aber die Anlage von Kleingewässern zwischen den einzelnen Vorkommen stellt einen ersten Schritt zur Vernetzung der Lebensräume dar. Trittsteinbiotope sollen den Amphibien und anderen Tieren, die auf Kleingewässer angewiesen sind, helfen, von einem Gebiet zum anderen zu gelangen. Das trägt zum genetischen Austausch und zur Stabilisierung der Vorkommen bei. Die nächsten Vorkommen liegen im Indetal, wenige Kilometer entfernt.


