Seltene Amphibien im Fokus: Sonderausstellung im Museum in der Torburg

Stolberg. Was haben Gelbbauchunke, Kreuzkröte und Geburtshelferkröte mit der Industriegeschichte Stolbergs zu tun? Dieser Frage widmet sich eine Sonderausstellung der Biologischen Station StädteRegion Aachen, die ab dem 9. Oktober im Museum in der Torburg zu sehen ist. Die Ausstellung zeigt, wie eng die drei seltenen Amphibienarten mit der Landschaft rund um Stolberg und deren industrieller Nutzung verbunden sind. Zugleich informiert sie über die Naturschutzmaßnahmen, die im Rahmen des EU-geförderten Projektes LIFE-Amphibienverbund an der Biologischen Station zur Förderung der Arten umgesetzt werden.

Stolbergs Industriegeschichte hat die Landschaft und damit auch die Tier- und Pflanzenwelt geprägt. Dass das Galmeiveilchen eng mit der regionalen Industriegeschichte verbunden ist, ist vielen bekannt. Dass auch die drei Amphibienarten von der industriellen Nutzung der Landschaft profitieren, wissen jedoch nur wenige.

Früher waren Gelbbauchunken, Kreuzkröten und Geburtshelferkröten in der Region durchaus häufig anzutreffen. Heute sind sie selten geworden. Die EU-weit geschützten Amphibien benötigen offene Flächen für die Nahrungssuche, Möglichkeiten sich zu verstecken und geeignete Gewässer zur Fortpflanzung. Gelbbauchunken und Kreuzkröten sind dabei besonders auf Gewässer angewiesen, die zeitweise austrocknen und daher nur wenige Fressfeinde aufweisen.

Für die Gelbbauchunke ist Stolberg von ganz besonderer Bedeutung: Hier liegt einer ihrer Verbreitungsschwerpunkte in Nordrhein-Westfalen. Nur in wenigen weiteren Regionen des Landes ist die Art überhaupt noch anzutreffen. Damit kommt Stolberg eine besondere Verantwortung für ihren Schutz und Erhalt zu.

Ideale Lebensbedingungen finden die Amphibien in Steinbrüchen, Sandwerken, Bergehalden und Truppenübungsplätzen - solange sie genutzt werden. Und das ist das Problem: Wird die Nutzung aufgegeben, wachsen die offenen Flächen zu, die Gewässer verlanden und trocknen dauerhaft aus. Hier setzt die Naturschutzarbeit an: Im Rahmen des Projektes LIFE-Amphibienverbund werden diese Lebensräume erhalten, wiederhergestellt und dauerhaft gepflegt. So sollen die Arten gefördert und ihr Fortbestand in der Region gesichert werden.

Zur Eröffnung der Ausstellung stellt Diplom-Biologin Bettina Krebs, die das LIFE-Projekt an der Biologischen Station leitet, die drei Amphibienarten in einem Vortrag näher vor. Sie erläutert, welche verschiedenen Naturschutzmaßnahmen umgesetzt werden und welche Erfolge zum Schutz der seltenen Tiere bereits erzielt werden konnten.

Die Ausstellung wird eröffnet am 9.10. um 19 Uhr im Museum in der Torburg, Luciaweg, Stolberg.

Ausstellungsdauer: 09.10.-15.11.2026
Öffnungszeiten: mittwochs bis freitags von 11-16 Uhr sowie an den Wochenenden von 11-18 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Plakat zur Sonderausstellung im Museum in der TorburgDie Sonderausstellung im Museum in der Torburg wird am 9. Oktober eröffnet.